Ich bin ein Bastler seit ich denken kann. Technische Berufslehre – schon als Nerd auf die Welt gekommen. Meinen ersten Computer habe ich aus alten Computerteilen aus dem Abriss zusammengebaut. DOS 6.22 Windows 3.1. Booten per Diskette und separates laden des CD-ROM-Laufwerkes. Das Internet war noch in den Kinderschuhen. Ich war 12 Jahre alt als ich begeistert Turbo-Pascal im DOS-Modus programmierte. Das lernte ich noch aus Büchern, und die musste man lesen! Suchmaschinen waren erst in den Startlöchern. Modems hatten 56 kBit Verbindung und Telefone mit Wahlscheiben liessen jede Internetverbindung abstürzen. Entweder im Internet surfen oder telefonieren, aber nicht beides.
Heute erkenne ich daraus, wie unglaublich intuitiv und lernfähig der Wille eines Menschen ist.
Windows 3.1, Windows 95, Windows 98 (eine Katastrophe), Windows NT und dann: Windows XP im Jahre 2001. Meinen ersten Computer mit «Leistung», TFT-Flachbildschirm, und einem CD-ROM-Brenner. Das Unheil konnte beginnen. Ich mochte Windows XP, der MSN Messenger war eine unglaublich tolle Idee mit Suchtfaktor, lange vor Social-Media.
Doch dann kamen nur noch Probleme: Windows 7, 8, 10 und 11. Für jedes Programm Lizenzen. Endloses Lizenz-gepröbel. Bis zu diesem Punkt waren Computer und Software noch überschaubar. Danach überforderten die poppigen Bildschirme aber meine Geduld, und rissen auch an meiner Konzentration.
Ich legte dann alles auf eine Karte und wechselte auf Ubuntu. Ich suchte eine Alternative.
Ubuntu ist für mich immer noch die No.1 wenn es darum geht jemandem die Linux-Welt zu zeigen.
Einfach in der Installation und Anwendung. Leicht zu erlernen, und Intuitiv für jung und alt. Verdammt gute Laufstabilität, und eine grosse Community auf Deutsch.
Ein grosses Repository an Software für den Stöberer! Das alles sind für mich absolute PRO-Punkte! Wenn ich einen Ubuntu-Laptop installierte, kam nie ein Windows-Rückkehrer daher.
Ubuntu ist die richtige Wahl.
Für den reinen User ist der Anwender-Status eine zufriedene Erfahrung, er wird viel nicht verstehen was jetzt kommt.
Wer sich beruflich tiefer mit Server und Dienste beschäftigt, der wird Ubuntu nach ein paar Jahren meiden. Ein GNOME-Desktop-System dass komplex in der System-Anwendung ist, und sich sogar von Standard-GNOME stark unterscheidet. Ein GNOME-Derivat – wohl eines der besten, aber komplex und im Vergleich zu einem XFCE-Desktop gross
Server und Desktop sind nicht gerade bescheidene Grössen für Linux-Verhältnisse und kommen mit einem sehr grosszügigen Paket an Programmen. Die kleinste virtuelle Maschine mit Ubuntu Server fasst immer noch 10 GB und hat die notorische Tendenz sich schnell mit Logs zu füllen. Andere Linux-Server können auf die gleiche Grösse problemlos zehn virtuelle Maschinen fassen und dabei weniger RAM benötigen als ein einziger Ubuntu-Server – das mit den gleichen Diensten, und sogar noch zuverlässiger.
Und wenn man Ubuntu als Remote-Desktop-Server betreibt, und dabei RDP-Protokolle verwendet, schlägt sich mit den tiefschichtigen Einstellungen herum.
Ubuntu ist toll. Es macht dem Einsteiger das Leben wirklich leicht und eignet sich als hervorragendes Desktop- und Einstiegs-System. Ich habe nie eine einzige Reklamation über dieses System erhalten.
Aber wer tiefer schürft und sich zum Spezialisten entwickelt, wird sich irgendwann dabei erwischen, mit anderen Systemen zu liebäugeln. Man sehnt sich hier dann nach einem simpleren System. Und findet es in Debian- oder Alpine-Linux. Und später üblicherweise auch in Docker.
Ich denke in diesen beiden Rückschlüsse liegt auch der unüberwindbare Graben zwischen Einfachheit und Komfort.