Server versus Desktop

Ubuntu gibt es sowohl als Desktop-System als auch als Server-System.
Doch dabei ist auf die schnelle doch nicht immer gleich klar, was dabei der grosse Unterschied ist.

Desktop-System

Ein Desktop-System ist auf das reine Arbeiten am Bildschirm eingestellt.
Der Hauptfokus liegt auf Benutzerfreundlichkeit – alles soll reibungslos von sich gehen.
Die besten Desktop-Eigenheiten werden oft nicht einmal bemerkt, sondern einfach angewendet.
Unbemerkt wird für diesen Arbeitsluxus im Hintergrund viel Leistung verbraucht. Oft sogar sehr viel an Ressourcen.
Man tut ja nicht viel, denkt man sich, aber genau dieses Feintuning am Arbeits-Handling macht unbewusst den Erfolg eines Desktop-Systems aus.

Server-System

Ein Server-System geht bewusst den entgegengesetzten Weg.
Er erfüllt eine Aufgabe auf die schnellste und effizienteste Art – eine kalte Schönheit aus Kabeln und blinkenden LEDs, die dem Menschen komplex und abstossend vorkommt.
Taucht ein Hauch dieser kalten Eleganz bei einem Desktop-Computer auf, hört man oft den Satz: «Computer sind nicht so meine Welt».
Grosse, schwere Racks im Vergleich zu den leichten Laptops von heute, mit viel Kabelsalat – wenn man diese einschaltet, heulen die Lüfter schrill auf.
Server repräsentieren nicht das übliche Büro-Feeling.

Software-Seite: Ubuntu Desktop vs. Server

Wer unter die Haube schaut, merkt schnell:
Abgesehen von der Bauweise und der Verwendung ist die Software zwar identisch, aber die Konfiguration grundverschieden.
Ubuntu-Server und Ubuntu-Desktop unterscheiden sich im Kern kaum – abgesehen von den Desktop-Anwendungen, die beim Server oft weggelassen werden.
Die kleinen, aber feinen Unterschiede werden besonders bei der Nutzung spürbar:
Die Handhabung der Netzwerkeinstellungen, Benutzer und Rechte (z. B. Installationen) und Dienste unterscheiden sich deutlich.
Was bei einem Desktop-System meistens nur ein Klick ist, wird auf dem Server zur Prozedur mit der Tastatur.
Während das Desktop-System für den Benutzer im Hintergrund «mitdenkt», wird auf diese Komfortfunktionen beim Server verzichtet. Hier fordert das Serversystem das Können des Administrators. Dafür hingegen sind auch exotische Konfigurationen möglich, welche das Desktop-System nicht zulässt.
Der grösste sichtbare Unterschied besteht in der Bedienung. Server sind standardmässig ohne grafische Oberfläche.
Spätestens hier muss der Bediener sein System kennen und in der Fachmaterie sattelfest sein.
Hinweis: Den geübten Administrator erkennt man an seiner Tippsicherheit.